Loslassen und Festhalten

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Wie oft habe ich das in den letzten Jahren gehört…“Früher, in unserer Kindheit, gingen wir morgens aus dem Haus, spielten Stunden im Wald und kamen abends erschöpft aber glücklich zurück. So ganz ohne Handy und im Grunde völlig auf uns allein gestellt.“ Könnt ihr euch noch an diese Zeit erinnern?

Meine Kindheit sah da nicht anders aus…wir trafen uns nach der Schule auf dem Spielplatz und erkundeten von dort aus unser Umfeld. Mal vermuteten wir Räuber im Wald, die wir den ganzen Nachmittag ohne Erfolg jagden, ein andern Mal fuhren wir mit unseren Rädern zum nächstgelegenen See. Ich glaub ganz oft hatten unsere Mütter keinen blassen Schimmer, wo wir den Nachmittag über so gewesen waren.

Jetzt gibt es GPS Uhren für Kinder und fast jedes Kind hat in der 4. Klasse ein Smartphone. Natürlich ist es schön, dass unsere kleinen didital Natives so früh mit den wohl bedeutendsten Freizeitgadgets ihrer Zeit bekannt gemacht werden und auch ich sitze im Glashaus, in dem ich die beiden Damen besonders auf quälend langen Autofahrten unsere Ipads zur Verfügung stelle.

Aber mal ganz im Ernst, müssen wir unsere Kinder, Ehemänner, Haustiere tracken ?

Und wieviel Eigenständigkeit sollte einer 8-Jährigen zugetraut werden ?

Neulich auf dem Elternabend von Lotta kam es genau (nach nicht wenig E-Mailverkehr und CC Setzung einer besorgten Mutter) zu dieser Diskussion.

Im nächsten Schuljahr sollen die Kinder, die dann auch ihren Fahrradführerschein machen, für eine Doppelstunde Nachmittagsunterricht in die etwas größere Partnerschule im nächsten Ort fahren. Das sind 1,5 km.

Besagte Mutter wollte nun, dass sich genug Eltern zusammen tun, um bei der Gemeinde einen Fahrdienst für die Schüler zu verlangen.

Das traf jedoch, anders als sich diese Mutter vorgestellt hatte, auf einigermaßen viel Unverständnis. Sie fiel dann komplett aus allen Wolken als ich anmerkte, dass Lotta schon seit einem halben Jahr allein zum nächsten Supermarkt fahren würde, wenn sie  sich etwas süßes kaufen möchte. „Aber doch nicht etwa mit dem Fahrrad, oder ?“ kam nur vollkommen fassungslos von ihr. Doch genau mit Fahrrad, nickte ich.

Wir haben mit Lotta schon recht früh mit der Verkehrserziehung angefangen und können sie guten Wissens und Gewissens mit ihrem Fahrrad alleine fahren lassen. Angefangen haben wir damit sie auf einem Verkehrsübungsplatz für Fahrräder fahren zu lassen, damit sie eine Grundidee von den Verkehrsregeln bekommt. Da sie doch ein recht vernünftiges Kind ist, würde sie nie ohne Helm fahren. Noch dazu kümmert sich mein Mann darum, dass ihr Fahrrad immer verkehssicher ist.

Für Lotta ist es eine Freiheit, die sie unbedingt braucht und die auch mein Mann und ich als Kinder hatten. Ich persönlich denke viel eher, dass aus unselbstständigen Kindern unselbstständige Erwachsene werden und dass wir es doch in der Hand haben, unsere Kinder zu mehr Selbstständigkeit hin zu erziehen.

Ich bin absolut kein Freund von Laissez-faire und bei uns geht es mit unter sehr streng zu. Dabei stelle ich mir uns Eltern immer als eine Art Leitplanke vor, die das selbstgesteuerte Auto „Kind“ vor dem Sturz in den Abgrund bewahrt. Dabei fährt es meistens ganz gut auf den vorgegebenen Wegen, aber zwischendurch verliert es den Überblick und -ratsch- streift mal kurz die Mama- oder Papaleitplanke.

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An dieser Stelle nochmal vielen Dank an das Team von Woom für die Bereitstellung des absolut tollen Fahrrads.

Viele Grüße

Viktoria

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Herzensmensch. – Hochsensibilität bei Kindern

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Als ich mir damals einen neuen Namen für meinen Blog und mein Instagram-Profil überlegt hatte, war die Entscheidung schnell auf „thelittleandthebrave“ gefallen. Zwei Mädchen wie sie nicht unterschiedlicher hätten sein können, eine Mama.

Im Nachhinein frage ich mich jedoch des Öfteren wer hier eigentlich „little“ und wer „brave“ ist.

„Sie ist eben ein Herzensmensch“

Schon bei Gesprächen im Kindergarten und im Alltag fiel mir vermehrt auf dass für unsere ältere Tochter Freundschaft, Gefühle und Vertrauen eine ganz andere Bedeutung besitzen als für ihre Altersgenossinen. Ein von Kindern schnell verwendeter Satz wie „Du bist nicht mehr meine Freundin“ -Ein Weltuntergang für Lotta.Ihre Erzieherin erklärte mir, dass Lotta Gefühle sehr stark wahrnimmt und es ihr manchmal schwer fällt diese nicht komplett an sich heranzulassen, ein Herzensmensch eben.

Zu Hause gab es andere Brennpunkte, die oft durch Weinen kompensiert wurden. Natürlich ist Weinen etwas vollkommen normales und ich finde es generell auch nicht schlimm, ABER wenn es um extrem kleine Nichtigkeiten (jedenfalls unter meinem Gesichtspunkt) geht, kann es einem schon einiges abverlangen ruhig zu bleiben.

The old soul

Ab dem Vorschulalter, spätestens mit Eintritt in die Schule, baute Lotta ihre Fähigkeiten weiter aus. Manchmal schien es, als würde ein Blick reichen und sie wüsste ganz genau wie ich gerade fühle. Eines unserer Au Pairs hat mal ganz treffend gesagt „She‘s such an old soul“ was soviel bedeutet wie „sie ist eine alte, erwachsene Seele in einem kindlichen Körper“

Unser kleiner „Vielfühler“ weinte bei Partituren in Moll „weil sie das Leid fühlen könnte“, weinte vor Glück, tauchte ihre Hände gewissenhaft in Linsenschüsseln, um jede einzelne zu erspüren und machte sich Gedanken um die Existenz von Mensch und Tier. Wir waren stolz darauf ein so einfühliges und interessiertes Kind zu haben und vielleicht auch ein bisschen stolz auf ihre Intelligenz.

Schattenseiten

So viel Lotta auch positives um sich herum wahrnahm und wiedergab, so viel negatives fing sie mit Eintritt in die Schule an zu belasten. Es waren die Kinder, die sie beschimpften (worauf sie dann meistens weinte, was die anderen noch mehr antriggerte), die Lehrerinnen, die sie nicht ernst nahmen und ganz alltägliche Situationen im sozialen Umfeld, die sie aufwühlten. Für Lotta gab es nur schwarz und weiss: Ein „ich mag dich nicht“ war in ihrer Welt ein ganz klares Zeichen dafür auf keinen Fall miteinander befreundet zu sein. Jetzt nicht und auch nicht in den nächsten 2 Monaten. Während es für die anderen Kinder normal erschien sich zwischendurch zu ärgern, nahm Lotta es sehr persönlich und war stark gekränkt. Sie verstand einfach nicht warum andere Kinder soetwas sagen sollten. In ihrer Welt gab es entweder schwarz oder weiss, ähnlich wie bei uns Erwachsenem. Sagt jemand zu mir, dass ich eine schreckliche Person sei, würde ich nicht im Traum auf die Idee kommen, diese Person in naher Zukunft auch nur eines Blickes zu würdigen.

Tiefpunkt

Im November letzten Jahres starb dann eine sehr gute Freundin -und Frau von Lottas Patenonkel- sehr unerwartet und äußerst tragisch.

Das war für uns alle ein großer Schock, besonders für Lotta. In den darauf folgenden Wochen wich sie mir nicht mehr von der Seite, schlief nachts in meinem Bett, aus Angst ich könnte eines Morgens einfach nicht mehr aufwachen und „tot im Bett“ liegen.

Ich versicherte ihr immer wieder, dass die Wahrscheinlichkeit äußerst gering wäre, dass soetwas passiere. Als Antwort kam „Mama, mit Wahrscheinlichkeiten musst du mir nicht kommen, es geht hier um ein Menschenleben.“

Als selbst zum Neujahrswechsel keine Besserung in Sicht war, sondern sich die Lage mehr und mehr zuspitzte, nahm ich Kontakt mit einer Psychotherapeutin auf.

In diversen Sitzungen erarbeitete sie mit Lotta ein Modell mit ihrer Angst umzugehen und tatsächlich, Lotta entspannte sich wieder mehr und mehr und war immer seltener von Verlustängsten umgeben.

Ich möchte bitte lösen: H-O-C-H-S-E-N-S-I-B-I-L-I-T-Ä-T

Bei unserer Abschlusssitzung sprach die Therapeutin mit mir über Lottas Gefühlsleben und ihre Empfindsamkeit. Kein einziges Mal fiel auch nur das Wort Hochsensibilität. Jedoch kam auch bei ihr schon meine Beobachtung zur Sprache: Dass meine Tochter oft schon emotional viel weiter wäre als ihre Altersgenossen und es beiden Parteien dadurch schwerer fiele mit einander zu interagieren, dass Lotta eine Art siebten Sinn hat, aber auch dass sie dazu neigt Gefühle zu überinterpretieren.

Wir vereinbarten, dass es von nun an meine Aufgabe sei, Lotta resilient zu machen und sie zu unterstützen um im normalen sozialen Alltag nicht nur zu „überleben“ sondern auch tatsächlich Freundschaften schließen zu können.

Zu Hause fiel mir dann ein Junge aus dem Kindergarten ein, in dem ich gearbeitet hatte. Er ging oft nur auf Zehenspitzen, verzog sich bei Streit in Ecken, aus denen er nur durch viel Einfühlsamkeit und überredungskunst wieder hervor kam und hatte Wutausbrüche für (für uns Erzieherinnen) manchmal unplausible Situationen. Eines Tages sprach meine Kollegin von hochsensiblen Eigenschaften und machte mich hellhörig. Ich googlelte also und fand Foren und Informationsseiten die 1:1 auf das Verhalten des Jugen passten.

Ich muss zugeben, dass ich als Mutter einen absoluten Tunnelblick hatte, was Lotta angeht. Denn auch auf sie trifft vieles, wenn doch nicht alles, aus den Beschreibungen über Hochsensibilität im Internet zu. Wieso ich erst jetzt nach so vielen Jahren mich mehr damit beschäftige, ist mir ebenfalls schleierhaft. Nun ja, zu mindest zum Teil, immerhin diagnostiziert man als Mutter ja nicht absichtlich sein Kind, sondern akzeptiert es mit seinen Eigenschaften und empfindet diese als positiv.

Das Kind braucht aber keinen Namen

Ja, ich denke, dass das Profil eines hochsensiblen Kindes mit dem meiner Tochter in vielen Teilen übereinstimmt. Und ja, es hilft mir zu wissen, was in ihrem Kopf und Herz gerade vorgehen könnte und wie ich sie am Besten in dieser Situation unterstützen kann.

Am Ende des Tages bleibt sie trotzdem jedoch mein Lottchen, dass ein Gespür für Menschen hat, Empathie zeigt, sich für die Welt interessiert und mit allen Sinnen liebt. Mein Herzensmensch eben.

Wer noch ein bisschen mehr über Hochsensibilität erfahren möchte oder sein Kind während des Lesens ebenfalls in einigen Aspekten wiederfinden konnte:

Hochsensibilität bei Kindern

https://www.aurum-cordis.de/hochsensibilitaet-bei-kindern

Haustausch 01/2018 -Eine Woche in Sydjylland

Zum Jahresbeginn 2018 entschieden wir uns zu einem Haustausch über Ostern mit einer Familie aus Dänemark. Besonders angesprochen hatte uns das niedliche Haus mit Reetdach und Kamin, so richtig hyggelig eingerichtet eben. Die Kinder waren durch 2000 qm Garten mit flying Fox, Gartenhäusschen und einer immensen Auswahl an Spielzeug schnell überzeugt.

Wir wurden uns mit der Familie schnell einig und vereinbarten einen einwöchigen Tausch.

Alles in allem war es so wie beschrieben. Es hätte zwar etwas ordentlicher sein können, aber über so etwas kann ich gut hinweg sehen;)

Aktivitäten im Umkreis

Da wir gern die Gegend erkunden, sind wir am ersten Tag nach Kolding ins Koldinghuset gefahren. Dieses wunderschöne Schloss hat mehr zu bieten, als man ahnt. Es gibt beispielsweise ein Ankleidezimmer, in dem Kinder (und Erwachsene auch!!!) Kleider anprobieren dürfen, und sich so wie eine richtige Prinzessin/Prinz oder was auch immer fühlen darf.

Århus war ein weiterer Punkt auf unserer Liste. Ein gut zu Fuß erkundbare Stadt mit vielen kleinen dänischen Boutiquen und einem ganz eigenem Charme. Ein zweites Mal würde ich jedoch diese Stadt eher nicht besuchen, nachdem wir Odense kennen lernen durften;)

Odense ist zauberhaft. Wir verbrachten einen Tag auf den Spuren von Hans Christian Andersen und erkundeten die ganze Stadt, die bereits auf der nächsten Insel Dänemarks liegt. Mit dem Ticket fürs Museum ist auch der Eintritt in 5 weitere Museen abgedeckt, die alle einen Besuch wert sind. Vor allem das Kindermuseum und das historische Museum haben uns besonders angesprochen. Auch shoppen kann man besonders gut.

Ein weiteres Highlight war der Besuch in der ältesten Stadt Dänemarks, Ribe.

Da wir am Karfreitag dort waren, war recht wenig los, trotzdem war es eine wunderbare Atmosphäre in der Stadt und das Eiskaffee an der Ecke des Hafens machte kleine Kindermägen sehr glücklich. Gerade im Sommer muss es wirklich herrlich in dieser kleinen Stadt sein.

Wir waren im Anschluss dann noch in Henne Stand, gingen den breiten Strand entlang, sammelten Muscheln und stöberten in den Touristenshops. Gerade die vielen Dünen gaben dem kleinen Örtchen ein tolles Flair.

Wir haben dennoch viel Zeit im Haus und Garten verbracht und eine sehr entspannte Zeit gehabt. Auch zu Hause scheint alles laut meinem Mann, der leider nicht mitkommen konnte, in Ordnung zu sein. Wir finden das Haustauschmodell weiterhin für uns sehr passend und finden es sehr entlastend alle Annehmlichkeiten, wie eine vollwertige Küche und Kinderspielzeug, schon vor Ort zu haben.

Alles Liebe

Viktoria

Flamingo, Flamongo, Fa- Fastnacht DIY

Planloses Nordlicht unter Baden und Schwaben

Fastnacht ist hier im Süden Deutschlands ein riesiges Ding. Erstmals damit konfrontiert sah ich mich damals, als Lotta vor 5 Jahren in den Kindergarten eingewöhnt werden sollte. „Eine Eingewöhnung in der Fastnetszeit? Unmöglich!“ War der Chor der Erzieherinnen. Immerhin würden am Schmorzigen die Narren kommen und den Kindergarten befreien und das könnte bei den jüngeren Kindern schon mal mit einer Träne einhergehen. Ich solle das doch bitte nicht unterschätzen.

Am was bitte ? Schmorziger ? Befreiung?

Der schmorzige Dunschtig

Nun folgt eine kleine Begriffserklärung für alle, die ebenfalls nicht aus sehr südlichen Gefilden stammen. Für alle, denen klar ist, was ein gumpgiger/schmorziger/whatever Dunschtig ist: jaja, lacht ruhig über mich für meine Terminologie;)

Also, Fastnacht geht bei uns so richtig mit den heiligen drei Königen los. Ab dann gibt es viele Umzüge in den Städten und Dörfern der Karnevalsvereine, die -meist gemeinsam mit einer eigenen Kapelle- durch die Straßen ziehen und den Zuschauern nicht nur Süßigkeiten aus ihren Beuteln zuwerfen, sondern auch den ein oder anderen Streich spielen. Die Kostüme ( werden hier Häs genannt) sind eher altertümlich und die Masken sind aus Holz geschnitzt. Zugegeben, das kann kleine Kinder schon einmal gruseln. Deswegen kommen die Narren mit ihrem Häs zur Häs-Vorstellungen in die Kindergärten der Umgebung, sodass sich die Kinder langsam daran gewöhnen können. Ein absoluter Höhepunkt in der fünften Jahreszeit ist übrigens die Befreiung der Kindergärten und Schulen. Hier kommen dann die Narrenvereine des Ortes am Morgen in die Einrichtungen und entführen die Angestellten ins Rathaus, wo sie dann meist selber alle feiern. Die Kinder, die an diesem Tag verkleidet kommen dürfen, jedoch haben ab dem Zeitpunkt frei und laufen in großen Herden mit zu den noch zu befreienden Einrichtungen. Am Ende tanzen alle in der Turnhalle und jeder hat den Bauch voll mit Süßem.

Wichtig sind natürlich auch die Fastnetsrufe, die jedes Kind wie im Schlaf hier in der Region beherrscht. Hier mal ein typisches:

Hoorig, Hoorig, Hoorig isch de Katz‘

Und wenn de Katz‘ it hoorig isch,

Dann fängt sie koine Mäuse it.

Klar. Oder?

Zwischen Federvieh – oder – ein federleichtes DIY

Jetzt aber zum eigentlichen DIY.

Also, wenn euer Kind auch unbedingt ein Flamingo sein mag und ihr selbst künstlerisch aktiv sein wollt, brauch ihr folgendes:

– ein Trikot in zartrosa (Ebay ca.6€)

– eine zartrosa Strumpfhose (wir hatten schon eine von Noa Noa, aber die Drogerien haben auch deutlich günstigere

– 4 Federboas (achtet darauf, dass sie mindestens 60g je Boa wiegen, sonst sind sie einfach nicht puffing genug) (Ebay, 6€/Boa)

– Breites elastisches Gummiband

– einen Haarreif

– Vlieseline H640

– etwas Vliesofix

– Dicken Filz

– Stoffrest zum Verziehren, Garn, 2 Sicherheitsnadeln, etwas schwarzen (Glitzer-) Karton und Kleber

Los geht’s !

Ich habe als erstes den Bauchumfang von Lotta abgemessen und dementsprechend ein Gummiband zurechtgeschnitten. Dann habe ich die erste Federboa in 4 gleich große Teile geschnitten. An dieser Stelle empfehle ich euch wärmstens alles im Hobbyraum zu machen. Die Dinger lassen so viele Federn, dass man danach ein Kissen damit füllen könnte !!!

Wichtig: lasst bei der letzten Boa genug übrig für den Hals des Flamingos !

Die Boastücke habe ich nun, angefangen von einer selbstdefinierten Mitte, mit je 4 cm Platz dazwischen an das Gummiband genäht (elastischer Kreuzstich). Dabei bin ich, je weiter ich zur vorderen Mitte kam, mit den Boas immer kürzer geworden. Sprich: ich hab sie immer um so 4-5 cm gekürzt. Dadurch hatte ich viele kleine Boastückchen, die ich dann in die Lücken einsetzen konnte. Dadurch, dass der Rock stufenlos nach vorne kürzer wird, ist er nicht nur deutlich leichter, sondern fällt auch Flamingo-like wie ein Federkleid. Wer mag, kann übrigens unter den Federrock noch einen Petticoat ziehen. Sieht auch toll aus. Unserer wird wohl nicht rechtzeitig ankommen (Danke AliExpress). Kurz vor dem Ende hab ich das Gummiband dann zusammengenäht, sodass ein Rock entsteht.

Jetzt zur Maske:

Ich hab freihändig den Schnabel im Profil auf ein Blatt aufgezeichnet. Das hab ich dann als Schablone zwei mal (rechte Seite und linke Seite) auf die Vlieseline H640 übertragen und Stoffreste aufgebügelt. Einmal kurz abgesteppt und fixiert und tadaaa, fertig sind die Schnabelhälften. Nun wurden die Hälften in der Mitte zusammen genäht und noch etwas zurechtgeschnitten.

Die Augen habe ich an einem Stück aus Filz geschnitten und den Schnabel mit wenigen Stichen in der Mitte fixiert.

Im Anschluss hat der Flamingo noch schwarze Pupillen bekommen, die ich mit Vliesofix aufgebügelt hab ( Achtung: Backpapier zwischen den Materialien und dem Bügeleisen als Schutz nicht vergessen!!!) und aus Glitzerkarton aufgeklebte Wimpern.

Die Schnabelkonstruktion wird dann mittels einer Sicherheitsnadel am stoffüberogenen Haarreif fixiert. Nun kommt das letzte Boastück zum Einsatz: sie wird mit Hilfe der Kordel, die am Ende jeder Boa ist, am Haarreifen fixiert.

Das andere Halsende kann entweder später in den Rock gesteckt , oder mit einer Sicherheitsnadel daran fixiert werden. Wir bevorzugen erstere Variante, ist geeigneter, falls der Flamingo mal zur Toilette muss;)

Die Flossen:

Hier hab ich ebenfalls freihändig gearbeitet und mir eine Schablone gezeichnet. Aus apricot farbendem Stoff habe ich je zwei rechte und zwei linke Flossen ausgeschnitten und rechts auf rechts zusammen genäht. Das obere Ende hab ich zum Wenden offen gelassen. Im Anschluss habe ich die Flosse an ein Elastisches Bündchen genäht und zwei kleine Löcher mit der Stickschere in die oberen Enden geschnitten, sodass sie über den Schuh gezogen werden können und durch Schnürsenkel fixiert sind.

So, und nun viel Spaß beim Ausprobieren und Narri Narro!

Hey, das ist unfair!

Wenn das erste Kind geboren wird, gibt man all seine Aufmerksamkeit diesem kleinen schreienden aber vor Liebe strahlendem Bündel. Man umsorgt es und liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Jeder Moment wird festgehalten, das erste Haarlöckchen ins Fotoalbum geklebt und jeder Entwicklungsschritt akribisch ins Babytagebuch eingetragen.

Beim zweiten Kind freut man sich genauso, liebt es kein bisschen weniger doch die Aufmerksamkeit bleibt geteilt. Auf der einen Seite gibt man alles, was man kann dem gutriechenden und nach Mutterliebe verlangendem Krümel, auf der anderen Seite ist da das große Kind, das sich so bemüht, die Aufmerksamkeit, die es für die letzten Jahre sein Eigen nennen durfte, für nur einige Minuten komplett auf sich zu ziehen. Der Spagat ist groß und als Elternteil ist man in einem ständigen Zwiespalt und in den vergangenen 4 Jahren haben wir immer wieder Kompensationsphasen für die große Schwester eingeplant. Urlaube nur mit mir, besondere Veranstaltungen, die wir zusammen besuchen, Kurzurlaub mit Papa etc.

Seit die jüngere Tochter aber immer wortgewandter wird, ist klar, dass wir nicht einseitig kompensieren sollten.

Ein “das ist unfair” kommt ihrerseits um die 20 Mal am Tag. Ob berechtigt oder nicht sei erst einmal dahingestellt; das liegt ja schließlich im Auge des Betrachters. Wichtig ist aber, dass sie so versucht eine Botschaft an mich zu senden: “Mama, irgendetwas finde ich daran nicht gut.”

Oft dauert es einige Zeit bis ich transkribieren kann, was ihr Bedürfnis hinter dieser doch sehr generalisierten Aussage ist.

Hat ihr “das ist unfair” unterbewusst damit zu tun, dass sie im Grunde nie über längere Zeit ungeteilte Aufmerksamkeit genießen durfte?

Und wie reagiere ich als Mutter richtig bei oben genanntem Satz?

Was macht der Satz mit dem älteren Tochterkind?

Nach einer längeren Beleuchtung haben mein Mann und ich uns nun überlegt das Wort unfair in Zukunft gemeinsam mit ihr in das Wort umzuformen, was ihre Gefühle am passendsten beschreibt. Wir fragen Sie also ob sie Sich benachteiligt fühlt, wütend ist oder traurig. Denn, um es ganz praktisch zu sehen, kann man am Unfair sein wenig ändern, am wütend oder traurig sein aber schon.

Die große rollt dann meist nur mit den Augen oder lacht. An Madita’s Attitüde hat sie sich schließlich in den letzten vier Jahren gut gewöhnen können. Und doch: Manchmal sehe ich in ihren Augen etwas verletztes, etwas so ganz unterschwelliges, wie es nur eine Mutter sehen und fühlen kann. Ein schwaches “Mama, sehe mich!”Gerade in Augenblicken, in denen ich ihr meine Aufmerksamkeit schenke und mich ihrem Wesen widme kommt dann nicht untypisch ein “Hey, das ist unfair” von der Seite der kleinen Schwester.

Diese Momente sind es, die mich manchmal straucheln lassen, in denen ich mich in einer Sackgasse befinde. Ich möchte für meine große Tochter da sein und sie sehen. Ich möchte aber auch den Ruf der kleinen Tochter nach Aufmerksamkeit nicht überhören. Meistens ist der einzige Weg dann der Körperkontakt. Ich ergreife also Händchen und drücke sie liebevoll, ich lege meinen Arm auf zarte Kinderschultern oder hauche eine Kuss auf den Kinderkopf. Das zeigt meinen Kindern, dass ich sie sehe und wahrnehme und mich um Ihre Bedürfnisse kümmere sowie ich dafür bereit bin ohne dabei Prioritäten setzen zu müssen.

Uns ist es sehr wichtig, dass die beiden Mädchen mit der Überzeugung aufwachsen, sich in nichts nach zu stehen. Dass eben jeder seine Fähigkeiten und Fertigkeiten in bestimmten Bereichen hat und wir alles gleich viel schätzen. Denn das ist doch auch der Schlüssel zu einer von Liebe, Respekt und Einfühlsamkeit geprägten Beziehung unter Geschwistern.

Hätte, hätte, Fahrradkette.

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Kinder wachsen. Ständig. Und besonders gern dann besonders schnell, wenn man es auf keinen Fall will.

Das fällt zum einen immer besonders zum Jahreszeitenwechsel auf (Sandalen und Sommerjäckchen rein in die große Kiste und Stiefel und Mäntel ab in die Garderobe) und beim Radfahren.

Nachdem Madita im Sommer ein neues Woom-Fahrrad zum Geburtstag bekommen hatte und nach nur 10 Minuten ohne jegliches Üben um die Ecken sauste hatte der Papa und mit Sorge einen Blick auf Lotti und ihr 20 Zoll Rad geworfen. Das hatte sie damals zum 5. Geburtstag bekommen und war stolz wie bolle gewesen. Schwarz musste es sein. Und Cool. Wir verbrachten Stunden gemeinsam bei der Fahrradsuche bis wir schließlich ein Electra-Rad bei uns einziehen ließen.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie der Sattel auf die niedrigste Stelle gestellt wurde und es ihr selbst so noch fast zu groß war.

Jetzt- 2.5 Jahre später ist alles auf Anschlag. Die Knie sie trotzdem so nah am Lenker, dass mir immer ganz komisch wird, wenn ich sie fahren sehe.

Ein neues Fahrrad muss her

Als wir uns damals für Maditas Woom 3 entschieden hatten, war es vor allem das Gewicht des Rads, das uns überzeugte. Ich hab noch dieses Bild vor mir, das zeigt, dass ein handelsübliches Kinderfahrrad für ein Kind in ungefähr so schwer ist, wie ein Mofa für einen Erwachsenen. Puh. Also ich wollte in Zukunft nicht auf einem Mofa radeln müssen, ohne Motor.

Und was für die kleine Dame gut ist, kann auch für ein Grundschulmädchen mit viel Freude an Bewegung nicht verkehrt sein.

Also kam wenige Wochen später ein Woom 5 Karton bei uns an.

Bei der Lieferung dabei war auch der Testsieger der Stiftung Warentest im Bereich Kinderfahrradhelme: Der Melon Urban Active im coolen Woom-Design.

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Mein Mann, der sehr oft unterwegs ist, tröstete uns mit den Worten, dass er das Fahrrad am Wochenende dann aufbauen könnte. Lottas Gesichtsausdruck sprach Bände.

„Mama, wieso bauen Papas Fahrräder auf?“

Tja, gute Frage. Ich schwieg etwas beschämt und überlegte. „Naja, weisst du Lottchen, er macht es einfach lieber als ich“, gab ich zurück. „Wieso? Hast du denn schon oft ein Fahrrad aufgebaut und es ging nicht so gut?“ Momentmal. eigentlich hatte ich noch NIE ein Fahrrad aufgebaut. So schwer konnte das doch nun wirklich nicht sein.

Und tatsächlich. Nach ca. 30 Minuten stand das Woom 5, dank guter bebilderter Anleitung vor mir. Reflektoren und Ständer waren schon vormontiert und ich stellte dann Youtube noch die Vorderbremse richtig ein.

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Nur noch eine Runde, ja ?

Wir fuhren zum See, um bei herrlichem Wetter das Fahrrad und Helm auf Herz und Nieren zu testen. Auch die kleine Schwester (Woom 3) kam mit in den Kofferraum unseres Vans.

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Übrigens hat sich Lotta für die Farbe entschieden. Sie findet es supertoll, dass sie mit Madita das fast gleiche Rad fährt und nennt es die „die große Schwester“.

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Fazit

Das Woom 5 ist nicht nur leicht im Aufbau, es ist auch (wie erwartet) super leicht und lässt sich dadurch leicht treten und beschleunigen. Wir haben unsere beiden Kinder von den Fahrrädern an diesem Nachmittag kaum herunter bekommen. Der Satz „Nur noch eine Runde, ja?“ kam am Laufenden Band.

Der Helm ist ein weiteres Highlight. Er lässt sich durch einen Magnetverschluss öffnen und schließen und wird am Hinterkopf mittels Rädchenn auf die Kopfform eingestellt. Darüber hinaus ist er super gepolstert und wurde vom Tochterkind als „einfach supermega“ bezeichnet.

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An dieser Stelle möchte ich mich auch bei der Firma Woom für die Bereitstellung des Fahrrads und des Helms sowie des Zubehörs bedanken.

 

 

 

 

Pressy from Aussie

Wie ich vor einiger Zeit bereits angekündigt hatte, ist nach den Sommerferien ein neues Au Pair bei uns eingezogen.

Dieses Mal kommt sie aus dem Land, in das wahrscheinlich 75% von euch, mich eingeschlossen, unbedingt mal reisen möchten: Australien.

Das erste Treffen

Als wir an einem kühlen Spätsommermorgen Zoe vom Flughafen abholten, war alle Anspannung der letzten Monate mit einem Schlag der Aufregung und Freude gewichen. Die Kinder beschossen sie sofort mit wichtigen Fragen à la „was für Filme gab es im Flugzeug“ und „wie oft müsstest du eigentlich aufs Klo.“ Kinder eben. Ist ja auch alles super interessant. Und als die völlig übernächtigte Zoe dann nicht nur brav auf alle Fragen der Damen antwortete sondern auch noch von Kängurus und Koalas anfing zu erzählen, wurden die Kinderaugen immer größer. Das Eis was gebrochen.

The grass is always greener on the other side

Ich finde das ja immer sehr spannend. Wenn Au Pairs von anderen Kontinenten zu uns kommen, lieben sie entweder deutsches Essen oder sie kommen nicht klar.

Nicht, dass es bei uns nur deutsche Hausmannskost geben würde…im Gegenteil, wir lieben indische, mexikanische, italienische, asiatische und spanische Küche und ernähren uns fleischarm.

Zoe jedenfalls war von Anfang an von fast jedem Gericht begeistert. Sowas motiviert mich als Köchin dann zu Höchstleistungen.

Es stellte sich schnell heraus, dass wir beide in einer Art Symbiose leben und einander (Kinder natürlich eingeschlossen) sehr gut tun.

Wir schauen abends gern noch zusammen etwas an, können gut miteinander quatschen und ergänzen uns im Haushalt. Sowas nenne ich als Au Pair Mom mal vorsichtig ‚Perfect match‘.

Hello routine

Das ist jetzt alles schon 6 Wochen her. 6 Wochen, die unglaublich schnell rumgegangen sind. 6 Wochen, in denen wir alle 5 gemeinsam beschlossen haben das folgende Jahr miteinander zu teilen und voneinander zu lernen.

Mittlerweile ist eine Routine eingetroffen, die allen gut tut und aus der wir immer mal wieder zwischendurch ausbrechen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf euch zu berichten wie es weitergeht!

Alles Liebe,

Viktoria